Zeitzeugengespräch und Podiumsdiskussion: „Nach Auschwitz geht das Leben weiter“

Diesem Motto fühlt sich Zoni Weisz (78) verbunden, jedoch mit lebenslangen Anspruch an sich selbst, über den Schrecken des Nationalsozialismus zu sprechen.

Herr Weisz, der bereits vor dem Deutschen Bundestag sprach und im nächsten Jahr vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen reden wird, sprach am 22. Oktober im PZ des Walter-Eucken- und des Max-Weber-Berufskollegs.

Zoni Weisz bei der eindringlichen Erzählung seiner Geschichte als Kind im Nationalsozialismus.

Zoni Weisz bei der eindringlichen Erzählung seiner Geschichte als Kind im Nationalsozialismus.

Zoni Weisz gehört dem Volk der Sinti an, die zusammen mit den Roma seit fast 600 Jahren im deutschsprachigen Raum leben. Ursprünglich stammen sie aus einem Gebiet, das heute an der indisch-pakistanischen Grenze liegt.

In der NS-Zeit wurden eine halbe Million Menschen dieser nationalen Minderheit ermordet, eine Tatsache, die in Deutschland nie besonders bekannt war, vielleicht, weil die noch größere Zahl ermordeter Juden einfach zu überwältigend war.

Das Podium: informativ und nachdenklich

Das Podium: informativ und nachdenklich

Etwa 180 interessierte Schülerinnen und Schüler waren neben Vertetern der Stadt und der Presse versammelt und hörten der Geschichte von Zoni Weisz zu:

Wie er 1944 durch Zufall dem Zugriff der Geheimen Staatspolizei der Nazis in Holland entkam, sich dann verstecken musste und schließlich doch gefasst wurde. Wie er am Bahnhof vor dem Zug, der seine Familie nach Auschwitz brachte, durch einen Polizisten gerettet wurde, der ihm den richtigen Moment zur Flucht signalisierte. Wie er den letzten Schrei seines Vaters aus dem Zug hörte, der darum bat, dass sich seine Tante um den 7jährigen kümmern möge. Wie er schließlich als letztes den schönen, blauen, weichen Wollmantel seiner Schwester am Viehwaggon sah, den er für  immer in seinem Herzen tragen sollte.

Nach diesen eindrücklichen Schilderungen kamen der Vertreter der Sinti und Roma in NRW, ein Student und eine seit 1999 in Deutschland lebende Übersetzerin, beide Roma, auf das Podium, um sich den Fragen des Moderators und der Schülerschaft zu stellen.

Diese Runde gipfelte in der sehr emotionalen Aussage der Roma aus Mazedonien, dass die westlichen Balkanstaaten keinesfalls sichere Herkunftsländer für Sinti und Roma seien, so wie die Bundesregierung das jetzt jedoch entschieden hat.

Die eindrucksvollen Schilderungen zur Situaiton der Roma und Sinti im Nationalsozialismus und heute wurden dadurch etwas getrübt, dass keine Schüler mit ihren Fragen zu Wort kamen.

Das Pädagogische Zentrum unserer Schulen war voll besetzt. Der Applaus galt dem unermüdlichen Bemühen von Zoni Weisz, auf das Schicksal der Roma und Sinti im Nationalsozialismus aufmerksam zu machen und auf das Schicksal dieser Volksgruppe im Nachkriegseuropa.

Das Pädagogische Zentrum unserer Schulen war voll besetzt. Der Applaus galt dem unermüdlichen Bemühen von Zoni Weisz, auf das Schicksal der Roma und Sinti im Nationalsozialismus aufmerksam zu machen und auf das Schicksal dieser Volksgruppe im Nachkriegseuropa.

Lesen Sie über die Veranstaltung auch folgenden Artikel in der Rheinischen Post.

Kommentar verfassen