Meine Ausbildung: Der Experte für Zahlen und Statistik

3717913727Arne Schömann (30) ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung. Täglich arbeitet er an aktuellen Statistiken für das Land NRW.

Der BETRIEB Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) ist ein Landesbetrieb mit Sitz in Düsseldorf und sechs weiteren Standorten in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 2000 Mitarbeiter sind beim zentralen IT- und Statistikdienstleister des Landes beschäftigt. Hier werden alle durch EU-, Bundes- und Landesrecht angeordneten amtlichen Statistiken für das Land NRW durchgeführt, ausgewertet, analysiert und deren Ergebnisse veröffentlicht. Aktuell werden 14 Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung ausgebildet. 2015 können sechs neue Auszubildende starten.

Die BEWERBUNG Häufig machen Schüler ein Praktikum bei IT.NRW. „Voraussetzung ist das aber nicht für einen Ausbildungsplatz“, sagt Ingrid Barb-Priebe, zuständig für Personalentwicklung. Wer die mittlere Reife und gute Deutsch- und Mathe-Noten hat, kann sich bewerben. „Unser Auswahlverfahren umfasst auch einen eintägigen Test in unserem Haus“, sagt Ingrid Barb-Priebe, die auf unentschuldigte Fehlstunden im Zeugnis achtet. Obwohl der Beruf viel mit Zahlen und Statistiken zu tun hat, sind offene und kommunikative Persönlichkeiten für die Ausbildungsstellen gefragt. „Sie arbeiten bei uns im Team und haben häufig Kontakt mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen.“ Unverzichtbar für die tägliche Arbeit ist die Fähigkeit, sehr genau zu arbeiten und analytisch zu denken.

DiE AUSBILDUNG Wie lange sind Pendler in NRW täglich unterwegs? Wie ist die aktuelle Teuerungsrate oder wie viele Beschäftigte arbeiten in Teilzeit? Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung recherchieren und codieren die notwendigen Daten für Statistiken zu diesen Themen. „Ich habe ein Faible für Statistik“, sagt Arne Schömann. Nach dem Abitur hat er zunächst studiert. Jetzt arbeitet er mit speziellen Auswertungsprogrammen und prüft erhobene Daten auf ihre Plausibilität. „Männer können ja beispielsweise nicht schwanger sein“, erklärt er. Ein gutes Allgemeinwissen, Genauigkeit und ein präzises Sprachverständnis findet der Auszubildende wichtig. „Mir gefällt es, dass ich mit verschiedenen Stellen Kontakt habe“, sagt er. Im Forschungsdatenzentrum sind es Wissenschaftler, denen er Auskunft gibt. Anfragen zu Statistiken kommen zum Beispiel von Unternehmen oder aus der Politik. Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung werden in die Konzipierung und Erstellung von Fragebögen eingebunden. „Sie nehmen beispielsweise auch an der Schulung für unsere Interviewer teil“, sagt Ingrid Barb-Priebe. Da bei IT.NRW in erster Linie amtliche Statistiken erstellt werden, die für gesellschaftliche Fragestellungen wichtig sind, absolvieren die Auszubildenden ein Praktikum in der Marktforschung.

DiE BERUFSSCHULE Zweimal in der Woche besucht Arne Schömann das Max-Weber Berufskolleg in Düsseldorf. „Wir haben dann Unterricht in Politik, Statistik und Recht“, sagt er. Außerdem steht Projektmanagement auf seinem Stundenplan.

Die ZUKUNFT Arne Schömann möchte gerne bleiben und die Chancen dazu sind gut. „Wir bilden vor allem für unseren eigenen Bedarf aus“, sagt seine Ausbildungsleiterin. Auf dem freien Arbeitsmarkt sei es etwas schwieriger, da IT.NRW Lieferant für amtliche Statistiken ist und damit nur einen Teilaspekt der Ausbildung abdeckt. Es besteht die Möglichkeit ein Studium anzuschließen und sich weiter zu qualifizieren. „Dieser Beruf ist auch noch relativ neu, es gibt ihn seit ungefähr zehn Jahren“, sagt Ingrid Barb-Priebe. Wer in die Marktforschung gehen möchte, findet Angebote bei Werbeagenturen und großen Unternehmen.

Quelle: Rheinische Post – Mit freundlicher Genehmigung der Autorin Simona Meier

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